CHLOE 15x20 CM



Recherchebasierte Rauminstallation / 6 Videos / Projektion / Fotografie / Performance / Parfumgeruch 



„Chloe 15x20cm“ ist eine konzeptuelle Rauminstallation. Zentralen Ausgangspunkt bildet ein Stockfoto aus einem günstig erworbenen Bilderrahmen. „Chloe 15x20cm“ ist hierbei die exakte Produktbezeichnung des Bilderrahmenmodells. Der darin eigefasste Einleger zeigt ein Portraitfoto eines weiblichen Models, er dient als Platzhalter für private Fotos oder andere Motive.

Die Fotografie ist lediglich ein Abfallprodukt. Der Person auf dem Foto kommt keine weitere Bedeutung zu. Sie affiziert lediglich zum Kauf. Als potentielle Leerstelle wird sie durch die Inhalte des Käufers überschrieben, ausgetauscht und ersetzt. Ida Kammerloch stellt den Bilderrahmen bei sich zuhause auf. Das serielle Stockfoto integriert sich schnell im persönlichen Wohnraum. Es entsteht zunehmend das Bedürfnis nach einer intimeren Beziehung zu der Person auf dem Bild.

Die installativen Elemente mischen dokumentarische Recherche mit fiktiven Narrativen. Die Identität des Models, die faktische Person dahinter wird ausgehend von wenigen Herstellerinformationen via Google-Bildersuche, Bilddatenbanken, Webseiten, Facebook, Instagram, VK und Ask.fm rekonstruiert. Über ein anonymes Frageportal nimmt die Künstlerin Kontakt zu der realen Person hinter dem Bild auf. Das Personenprofil verdichtet sich. Banale Informationen, wie Maße, Freizeitbeschäftigungen oder bevorzugte Konsumgüter werden ermittelt und schriftlich festgehalten. Es kommt zur Anwendung gleicher Beautyprodukte und Pflegeroutinen. Das dichte Personenprofil wird opak, es verliert seine digitale Transparenz. Die Grenze zwischen performativer Annäherung und realer Aneignung verschwimmt. Die Montage olfaktorischer, visueller und akustischer Teile in der Installation lässt beide Identitäten fluide werden. Die Fragmente sind kurzweilig, subtil und verdichten sich in der gesamten Installation zu einem sphärischen Geflecht. 

Die Arbeit wurde 2017 auf 360 m² in der Tiefgarage eines ehemaligen Ladenlokals in Saarbrücken konzipiert. Die begehbaren, mit Transparentfolien abgegrentzen Kammern, sind Mikrokosmen einer digital anmutenden Welt, deren Realitäten sich über Raum, Zeit und Körper manifestieren. Man kann durch die Räume ein verschwommes Außen erkennen, die Bewegungen durch die Installation versetzen die Wände aus dünnen Folien ins Schwingen.

Chloes wahrer Name wird nicht genannt.











01


Letztens da habe ich einen Apfel gekauft auf dem das Gesicht der Mona Lisa abgebildet war. Ein Aufkleber. Der Apfel schien mich regelrecht anzulächeln. Das klingt jetzt vielleicht irgendwie schwachsinnig, aber neben den anderen Äpfeln im Laden zog der mich am meisten an. Als hätte sich eine dünne Aura um ihn herum gebildet. Das war echt seltsam. Ich habe ihn dann gekauft und gegessen. Einen besonderen Unterschied im Geschmack habe ich jedoch nicht feststellen können.


Textauszug Sound














Anonym: “Kannst du mir einen Fotografen für ein gewöhnliches Fotoshooting empfehlen?”
Chloe: “Ich erscheine nicht auf gewöhnlichen Fotos.”


09.02.2015 (19:07)



Anonym: “Rufen dich Fremde an?”
Chloe: “Nein.”


18.11.2014 (9:27)



Anonym: “Was ist mit dem bösen Blick? Hast du Angst davor? Gibt es vielleicht irgendwelche Amulette für Fotomodels?”
Chloe: “An so etwas glaube ich nicht.”


13.05.15 (23:32)



Anonym: “Klassisches Gesicht. Solche Mädchen nennt man auch „Motte“. Eine weiße Leinwand, Knete, die sich in jede beliebige Form bringen lässt.”
Chloe: “Eine Person, die wandelbar ist, ist global und universal.”


15.06.16 (1:16)




Anonym: “Welches Parfum verwendest du und was ist dein Lieblingssgeruch?”
Chloe: “Ich beutze bereits seit 10 Jahren  Be Delicious von DKNY. Mein Lieblingssgeruch ist Vanille.”


03.07.17 (3:39)



Anonym: “Lohnt es sich mit 20 noch Model zu werden?”
Chloe: “Kommt auf den Fall an.”


20.10.15 (22:01)



Anonym: “Welcher Gesichtstyp bist du?”
Chloe: “Kommerziell.”


08.06.15 (4:44)



Anonym: “Wie kann ich lernen auf hohen Schuhen zu laufen? Ich versuche es schon so viele Jahre und schaffe nicht mehr als einen ganzen Tag. Hilfe!”
Chloe: “Wenn du dich in hohen Schuhen unwohl fühlst, dann fang gar nicht erst damit an! Deine Füße werden es dir danken. Ich habe schon als kleines Mädchen geliebt hohe Schuhe zu tragen. Kleinere Absätze spüre ich schon gar nicht.”


24.01.15 (16:28)





Ida: “Was hälst du von dem Namen Chloe?”
Chloe: “Schöner Name, aber nichts für ein russisches Mädchen.”


20.07.2017 (15:20)

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